Die Linguistik

„Ach, du studierst Linguistik – welche Sprachen sprichst du dann? Und was macht man damit später?“ Als Linguist kennt man die Klischees: „Alle Linguisten sprechen mindestens 10 Sprachen fließend“. Oder: „Alle Linguisten hatten eine 6 in Mathe und eine 1 in Deutsch, Englisch und Latein“. Was aber eigentlich hinter dem Wort „Sprachwissenschaft“ steckt, ist viel mehr. Die Linguistik gliedert sich in fünf Teildisziplinen, welche das spannende Phänomen „Sprache“ in seinen verschiedenen Ebenen und Facetten beschreiben und untersuchen:

1. Phonetik und Phonologie (= Lautlehre)
2. Morphologie (= Wortstrukturlehre)
3. Syntax (= Satzstrukturlehre)
4. Semantik (= Bedeutungslehre)
5. Pragmatik (= Sprachverwendungslehre)

An der Uni Stuttgart gibt es die Möglichkeiten, das Fach „Linguistik“ mit dem Abschluss Bachelor of Arts (Kombination) als Haupt- oder Nebenfach, oder mit dem Abschluss Bachelor of Arts als Ein-Fach zu studieren. Wer danach immer noch nicht genug von der Sprachwissenschaft bekommen kann, hat die Möglichkeit weiterführend das Fach „Sprachtheorie und Sprachvergleich“ als Ein-Fach mit dem Abschluss Master of Arts zu studieren.
Die Regelstudienzeit für den Bachelor-Abschluss beträgt 6 Semester, die Höchststudienzeit liegt bei 10 Semestern. Ein Praxissemester ist nicht verpflichtend, kann aber angerechnet werden und ist sehr empfehlenswert.
Zugangsvoraussetzungen für das Fach Linguistik sind: Abitur oder ein vergleichbarer Abschluss, gute Kenntnisse in Deutsch und Englisch (welche ihr durch das Abi automatisch habt), sowie eine weitere Fremdsprache (normalerweise auch durchs Abi gewährt).
Wer das Fach „Linguistik“ an der Uni Stuttgart studiert, lernt zuerst Grundwissen in den fünf Teildisziplinen Phonetik/Phonologie, Morphologie, Syntax, Semantik und Pragmatik. In Sprachstrukturkursen werden diese Teildisziplinen dann auf verschiedene Sprachen praktisch angewandt, z.B.: Finnisch, Jiddisch, Russisch, Türkisch, Litauisch, Maya-Kaqchikel, Warao oder verschiedene Bantu-Sprachen. Außerdem werden Grundlagen in kognitiver (= klinischer) Linguistik und angewandter Linguistik vermittelt. Empirische und wissenschaftliche Methoden bilden die Basis für Forschung in der Sprachwissenschaft.
Im Laufe des Studiums müssen mehrere fachübergreifende und fachaffine Schlüsselqualifikationen (SQs) erworben werden, welche die Kompetenzen der Studierenden in verschiedene Richtungen ausdehnen.
Praktika sind, wie bereits erwähnt, empfohlen und können im Rahmen der SQs angerechnet werden, sind aber nicht verpflichtend. Es besteht außerdem die Möglichkeit, die Bachelor- oder Master-Arbeit auf eigenen Studien/Erfahrungen beim Praktikum aufzubauen.
Jetzt aber mal Klartext: Den Beruf „Linguist“ gibt es nicht. Das Studium der Linguistik vermittelt Grundlagen und Kompetenzen für wissenschaftliches und empirisches Arbeiten. Durch Zusatzqualifikationen und Praktika können Studierende der Linguistik ihre Kenntnisse in allen möglichen Bereichen vertiefen und sich spezialisieren. Laut der Bundesagentur für Arbeit[1] kann ein Absolvent der Sprachwissenschaft in den verschiedensten Branchen tätig sein, z.B.

– Dolmetscher, Übersetzer
– Erwachsenenbildung
– Kunst- und Kulturmanagement
– Lehrtätigkeit an Hochschulen
– Lektorat
– Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
– Redaktion und Journalismus
– Sprachunterricht
– Wissenschaftliche Forschung

„Und warum sollte gerade ich mich für ein Studium der Linguistik entscheiden?“

Die Linguistik ist genau das Richtige für dich, wenn…

… du von Sprache fasziniert bist.
… du jedes Wort auf die Goldwaage legst.
… dich Grammatikfehler anderer Leute zur Verzweiflung treiben.
… du dem Ursprung und der Bedeutung von Sprache auf den Grund gehen willst.
… du denkst, schon alles über die Sprache zu wissen, aber nicht davor zurückschreckst, immer neues dazuzulernen.
… du Sprachen nicht nur magst, sondern wenn du sie auch deinen Eltern vorstellen würdest!

Wir, die Fachgruppe Linguistik, freuen uns, wenn gerade DU unsere Leidenschaft teilst und dich für die Sprachwissenschaft entscheidest. Wir stehen dir gerne bei Fragen oder Problemen zur Verfügung.

[1] http://berufenet.arbeitsagentur.de/berufe/berufId.do?_pgnt_act=goToAnyPage&_pgnt_pn=0&_pgnt_id=resultShort&status=T01 am 12.02.14